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DTE-Neuheiten - Mercedes S-Klasse 2009 - Fahrbericht Mercedes E-KLasse Coupe - Wohnmobile in den USA - Jeep Grand Cherokee 2010


Neu im Programm

Eine Auflistung unserer Neuentwicklungen mit direkter Verlinkung zu den Fahrzeugdaten:

außerdem:



Samthandschuh und Dampfhammer

Neuvorstellung: Mercedes S-Klasse

Die geliftete S-Klasse setzt auf Hybridantrieb und sparsamere Motoren. Dass das Stuttgarter Flaggschiff zur „Rainbow Warrior“ mutiert, ist  nicht zu erwarten. Dafür sorgen schon die frisch überarbeiteten Top-Versionen von AMG und die Massenmärkte USA und China.

Als der neue BMW 7er auf den Markt kam, sah die S-Klasse plötzlich ziemlich alt aus – in Sachen Assistenzsysteme und Hightech-Gimmicks hatten die Münchner ihre Stuttgarter Konkurrenz rechts und links überholt. Nun will Mercedes zurückschlagen und die überarbeitete S-Klasse wie schon die E-Klasse zu einem „denkenden Partner des Fahrers“ machen.

Präsentiert wurden die neuen Autos auf der Shanghai Motor Show. Es gibt ein paar optische Retuschen, zum Beispiel am Grill und an den Scheinwerfern (jetzt serienmäßig mit Bi-Xenon-Technik), vor allem aber eine Menge neuer elektronischer Helferlein. Dazu gehören ein Fernlicht-Assistent, der die Leuchtweite variiert, ohne den entgegenkommenden Verkehr zu blenden, ein Nachtsicht-System mit Fußgänger-Erkennung und ein Spurhalte-Assistent. Er warnt den Fahrer mit Vibrationen am Lenkrad, wenn man ohne zu blinken eine Fahrbahnmarkierung überfährt.

Intelligenter Spurwechselwarner, "Aufmerksamkeits-Assistent" und Frontscheiben-Kamera

Spurwechselwarner gibt es auch bei anderen Herstellern, Mercedes will jedoch eine besonders ausgefeilte Version entwickelt haben: Die Elektronik soll erkennen, ob der Fahrer aus Versehen oder absichtlich seine Spur verlassen hat. „Die Warnung erfolgt deshalb nicht, wenn der Fahrer zum Beispiel vor einem Überholvorgang oder beim Auffahren auf die Autobahn beschleunigt, wenn er stark bremst oder in eine Kurve lenkt“, heißt es bei Mercedes.

Neu ist auch ein „Aufmerksamkeits-Assistent“: Erkennt die Elektronik ungewöhnliche Lenkmuster, schließt sie auf eine Übermüdung des Fahrers und jagt einen Weckton durchs Cockpit. Zu den weiteren Hightech-Helferlein gehört ein System, das ähnlich wie bei BMW und Opel mit einer Frontscheiben-Kamera Verkehrszeichen liest und den Fahrer im Schilderwald über das jeweils gültige Tempolimit unterrichtet.

Der Navigationsbildschirm ist optional mit einer „Splitview“-Technik ausgestattet. Damit können Fahrer und Beifahrer unterschiedliche Funktionen nutzen – während der Fahrer zum Beispiel die Karte des Navigationssystems sieht, kann der Beifahrer gleichzeitig auf dem selben Schirm einen Film von DVD ansehen.

Vorstellung der neuen S-Klasse in Shanghai

Hauptabsatzmarkt ist China

Der Hauptmarkt für die neue Mercedes S-Klasse ist China. Nicht zuletzt deshalb stellten die Schwaben ihr automobiles Aushängeschild auf der Shanghai Autoshow erstmals der Öffentlichkeit vor. „Nirgendwo verkaufen wir so viele S-Klassen wie in China“, berichtet Ulrich Walker, Daimler-Chef für die Region Asia Pacific.

Im letzten Jahr wurden in China 14.000 S-Klassen verkauft. „Davon träumt in China jeder erfolgreiche Geschäftsmann. Erst wenn man eine S-Klasse fährt, hat man es geschafft“, erzählt Lu Yuedi, erfolgreicher Inhaber der Immobilienfirma Xidi, als hätte ihm die Marketingabteilung diesen Spruch in den Mund gelegt, „2003 habe ich mir meine erste S-Klasse, einen S 350er gekauft. Mittlerweile habe ich noch einen S 500, einen S 600 und zwei alte S-Klassen.“ Lu Yuedi ist gerade 50 Jahre alt und gehört zu der Liga der Selfmade-Millionäre, die Großstädten wie Peking oder Shanghai in den letzten Jahren ihren Stempel aufdrücken. Er fährt auch Luxuskarossen von BMW und Porsche. Doch das Tagwerk verrichtet er allein im Fond oder am Steuer seines S 600 L.

Die S-Klasse ist zusammen mit den Hauptkonkurrenten 7er BMW und Audi A8 die Luxuslimousine der oberen zehntausend. Vielen warten auf das neue Modell und reiben sich beim Anblick des neuen Modells schon die Hände. „Ich werde mir bald noch einen S 65 AMG und einen Maybach kaufen“, gibt Lu Yuedi stolz zu Protokoll als Beweis dafür, dass seine Geschäfte in der Immobilienwelt scheinbar prächtig laufen.

Der S 500 mit 388 PS

Motorenpalette von Hybrid bis Zwölfzylinder-Biturbo

Im Gegensatz dazu wird sich das S-Klassen-Interesse in Europa bei vielen auf die Dieselversionen kaprizieren. In den USA stehen die Topmodelle S 550 4matic, S 600 und die AMG-Modelle hoch im Kurs.

Ab August ist die neue Generation auch mit einem Hybridantrieb zu bekommen. Das ökologische Aushängeschild der überarbeiteten S-Klasse wird der S 400 Hybrid mit Lithium-Ionen-Akkus, der laut Werksangabe einen Durchschnittsverbrauch von 7,9 Litern pro 100 Kilometer erreicht. 

Interessanter vor allem für Vielfahrer dürfte der S 350 CDI BlueEfficiency (173 kW / 235 PS) sein, der sich im Schnitt mit 7,6 Litern Diesel begnügen soll. Insgesamt umfasst die Motorenpalette abgesehen vom Hybrid acht Benzin- und Dieselmotoren, darunter den Achtzylinder-Diesel S 450 CDI (235 kW / 320 PS), den Basis-Benziner S 350 (200 kW / 272 PS), die beiden Achtzylinder S 450 (250 kW / 340 PS) und S 500 (285 kW / 388 PS) sowie das Top-Modell S 600 mit einem 380 kW / 517 PS starkem Zwölfzylinder-Biturbomotor, mit dem die Luxuslimousine in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt.

S 63 AMG

Leistungsstärkste Versionen S 63 AMG und S 65 AMG

Die leistungsstärksten S-Klassen kommen jedoch wie gewohnt aus Affalterbach und hören auf die Namen S 63 AMG und S 65 AMG. Die V8-Version bringt es auf 386 kW / 525 PS und entwickelt ein Drehmoment von 630 Newtonmetern, der Spurt von 0 auf 100 Km/h ist in 4,6 Sekunden erledigt. Der S 65 AMG hat einen sechs Liter großen V12-Motor mit doppelter Turboaufladung unter der Haube und kann mit 450 kW / 612 PS sowie 1000 Newtonmetern Drehmoment aufwarten. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert 4,4 Sekunden. AMG-Zierteile, Leichtmetallräder, Doppelend-Auspuffrohre und spezielle Tagfahrleuchten kennzeichnen die Dampfhammer mit Stern. Das dürfte nicht nur S-Klasse-Fan Lu Yuedi freuen.

Das Sportfahrwerk der AMG-Limousinen ist mit einer Seitenwindstabilisierung ausgerüstet. Die soll durch eine binnen Millisekunden variierte Radlastverteilung funktionieren und bedient sich dazu der  Gierraten- und Querbeschleunigungs-Sensoren des ESP.

Auch ein System namens „Torque Vectoring Brake“ ist serienmäßig an Bord: Bei Kurvenfahrt soll ein gezielter kurzer Bremseneingriff am kurveninneren Hinterrad ein „definiertes Eindrehen“ des Fahrzeugs bewirken und damit mehr Kontrolle bei schweren Kurvenfahrten ermöglichen. Diese Systeme sind auch für die normale S-Klasse erhältlich.

Zur Serienausstattung der beiden AMG-Wuchtbrummen gehören klimatisierte Sportsitze, Lederausstattung und Siebengang-Automatik (Fünfgang-Automatik beim S 65 AMG). Den S 63 AMG gibt es mit langem oder kurzen Radstand, den S 65 AMG nur als Langversion.

Im Juni ab 73.000 € erhätlich

Die geliftete S-Klasse steht im Juni bei den Händlern, die Preise beginnen bei 73.006 Euro für den S 350 CDI. Zum Vergleich: Ein BMW 730d kostet 69.600 Euro, ein Audi A8 3.0 TDI quattro 68.600 Euro. Der S 400 Hybrid ist ab 85.323 Euro zu haben, der S 600 kostet 155.354 Euro.



In der Ruhe liegt die Kraft

Fahrbericht: Mercedes E 250 CGI Coupé

Ein Mercedes-Coupé aus pflegender Rentnerhand ist für Youngtimer-Fans oft der Beginn einer lebenslangen Beziehung. Die Neuausgabe auf E-Klasse-Basis bringt mehr Dynamik und Esprit mit, bleibt aber vor allem eins: Gemütlich.



Viel Platz vorne
Etwas weniger im Fond
Sehr bequem: Der "Gurtbringer"

Ausreichend Platz trotz dynamischem Design

Ob Ponton-Benz, W124 oder CL: Die großen Mercedes-Coupés waren schon immer elegante Traumwagen, doch auch mit einer gewissen Behäbigkeit behaftet. Mit dem neuen Coupé kommt mehr Dramatik ins Design, und der Wagen durfte nach dem Intermezzo in der C-Klasse wieder in die E-Klasse aufsteigen.

Die dynamische Bogenspannung lässt das Coupé noch kraftvoller und sprungbereiter erscheinen als die Limousine. Hinter dem Lenkrad nimmt man entspannt Platz, allerdings dürfte sich der Fahrersitz für große Passagiere noch ein Stück weiter nach unten verstellen lassen. Für den Beifahrer wird das Coupé zur Lounge mit gigantischer Beinfreiheit, wenn man den Sitz nach hinten rückt. Im Fond finden Erwachsene durchaus Platz, besonders komfortabel dürfte es mit der eingeschränkten Knie- und Kopffreiheit auf langen Strecken aber kaum werden. Der Kofferraum fasst ordentliche 450 Liter.

"Gurtbringer" und technische Gimmicks

Im Interieur gibt es aus der Limousine bekannte Elemente, aber auch viele Coupé-spezifische Eigenheiten. Die Liebe zum Detail zeigt sich an Dingen wie dem „Gurtbringer“: Sobald man die Tür schließt, fährt die Gurtführung elektrisch nach vorne, so dass man den Lebensretter bequem greifen kann. Danach fährt die Schiene wieder nach hinten. Wer zu den Fahrern gehört, die sich aus Faulheit erst nach ein paar Metern anschnallen, kann den elektronischen Diener auch per Knopfdruck in Bewegung setzen.

Auch die technischen Gimmicks der neuen E-Klasse hat das Coupé natürlich an Bord – vom Spurwechselwarner über Verkehrszeichenerkennung bis hin zu Bi-Xenon-Scheinwerfern mit Leuchtweitenanpassung an die jeweilige Wetter- und Fahrsituation. Für die meisten Hightech-Extras muss man aber tief in die Tasche greifen.


E350 CGI Coupé

Drei Benzin- und zwei Dieselmotoren

Die Motorenpalette zum Marktstart reicht vom Vierzylinder E 250 CGI (150 kW / 204 PS) über den V6-Motor E 350 CGI (215 kW / 292 PS) bis zum Top-Modell E 500 mit V8-Motor und 285 kW / 388 PS. Dazu kommen zwei Dieselmotoren (E 250 CDI mit 150 kW / 204 PS und E 350 CDI mit 170 kW / 231 PS). Das sparsamste Coupé ist der E 250 CDI mit einem Durchschnittsverbrauch von 5,3 Litern pro 100 Kilometer (Werksangabe).

Während die E-Klasse Limousine auch mit Allradantrieb zu haben ist, hat Mercedes für das Coupé keine 4Matic-Version in Planung. „Das wäre zwar technisch möglich, aber wir sehen beim Coupé zurzeit keinen Bedarf dafür“, sagt Gesamtentwicklungsleiter Klaus-Peter Claar. Auch über eine AMG-Version lassen die Schwaben bislang nichts verlauten.

Der E 250 CGI mit Fünfgangautomatik ist aus dem Drehzahlkeller heraus etwas phlegmatisch, aber ein guter Kompromiss zwischen ordentlichen Fahrleistungen (Beschleunigung von 0 auf 100 Km/h in 7,4 Sekunden) und Verbrauch (im Schnitt 7,2 Liter pro 100 Kilometer, Werksangabe). Dass kein Sechs-, sondern nur ein Vierzylindermotor unter der Haube sitzt, fällt kaum auf – das Aggregat klingt satt und kraftvoll.

Mehr Durchzugsvermögen bietet der E 350 CGI, der zudem über Mercedes’ harmonische Siebengang-Automatik verfügt. Wer es auf Autobahn und Landstraße gerne einmal krachen lässt, dürfte mit dem 292 PS starken Aggregat besser bedient sein.

Hoher Fahrkomfort ab 44.685 €

Das vielleicht herausragendste Merkmal des Benz-Coupés ist sein hoher Fahrkomfort, verbunden mit einer enormen Ruhe. Das bezieht sich sowohl auf die ausgezeichnete Geräuschdämmung als auf die hohe Laufkultur der Motoren. Das Fahrwerk ist komfortabel, doch der Benz liegt ausreichend straff in der Kurve. Auf glattem Untergrund oder Schotter wird das Heck des schweren Wagens (je nach Motorisierung 1,5 bis 1,7 Tonnen) jedoch recht schnell nervös und vom früh eingreifenden ESP eingefangen.

Die Preise des Coupés beginnen bei 44.685 Euro (E 250 CDI und E 250 CGI in Avantgarde-Ausstattung). Im Vergleich zur Konkurrenz langt Mercedes tüchtig zu: Ein BMW 325 i Coupé (218 PS) ist ab 38.850 Euro zu haben, ein Audi A5 2.0 TFSI (211 PS) ab 38.350 Euro und ein Renault Laguna Coupé 2.0 GT (204 PS) ab 34.900 Euro. Immerhin kann der Mercedes eine umfangreiche Serienausstattung für sich verbuchen, die unter anderem CD-Radio, Klimaautomatik, Tempomat, elektrische Sitzverstellung, Multifunktionslenkrad, adaptive Stoßdämpferregelung, Regensensor und Tagfahrlicht umfasst.

 



Silverbirds auf nobler Achse

Wohnmobile in den USA

Zehntausende von Amerikanern ziehen das ganze Jahr der Sonne nach. Die Silverbirds reisen in Wohnmobilen der Größe XXXL durch die Vereinigten Staaten. Das mobile Einfamilienhaus kostet bis zu 750.000 Dollar.

Bis zum legendären Strip, dem Las Vegas Boulevard, sind es nur ein paar  Kilometer. Mächtige Hotels wie das gülden schimmernde Mandalay Bay, die schwarze Pyramide Luxor oder die auch nach Jahren gigantisch wirkende Spielbank-Burg Excalibur im Süden der Prachtmeile kann man bereits von der Einfahrt des Wohnmobilparks im Süden von Las Vegas erkennen. Rechts am Eingang gibt es ein Pförtnerhäuschen im Stile einer norditalienischen Villa. Managerin Linda empfängt einen mit einem strahlenden Lächeln und lässt ein elegant gekleidetes Paar mit schmuck gestyltem Nachwuchs ein paar Sekunden vor dem Tresen warten. „Ich bin gleich für sie da“, haucht das scheinbare Organisationstalent, denn auch zwei Telefonhörer liegen kurzfristig unbearbeitet auf dem Pult.

Der RV-Park unweit des Las Vegas Boulevards ist einer von tausenden in den USA. Dass die Plätze – gerade hier in der Wüste von Nevada – nicht viel mit einem europäischen Campingplatz gemein haben, sieht man bereits auf dem Parkplatz vor dem Pförtnerhäuschen. Hier steht ein dunkler Bentley Arnage, ein Stück weiter ein Cadillac Seville. Ein paar Sekunden später rollt ein mächtiger Campingkoloss in die Vorfahrt und wird vom Sicherheitspersonal am Portal freundlich gegrüßt. Linda hat einen gerade darüber informiert, dass zahlreiche Plätze auf dem RV-Park frei seien. „Derzeit gibt es aufgrund der Jahreszeit einen Discount von 25 Prozent“, erklärt sie in bestem Oxford-Englisch, das so überhaupt nicht nach Las Vegas passen will.

Der Campingplatz ist akribisch gepflegt. Über asphaltierte Straßen erreicht man die knapp 380 Stellplätze für die Wohnmobile. Dazwischen immer wieder kleine grüne Inseln und Palmen. Viele Mobile stehen hier scheinbar schon länger, sind mit Einfriedungen, Golfcarts und einem SUV versehen. Schließlich will man für kleine Einkäufe nicht immer den Luxusliner starten. Die Wohnmobile selbst sind eine echte Schau. Die größten, und davon gibt es nicht nur hier in Las Vegas mehr denn je, sind 15 Meter lang, über 12 Tonnens schwer und lassen sich über ausfahrbare Elemente scheinbar beliebig vergrößern.

Ein Besuch beim Marktführer der Luxusmobile

Marktführer im Segment der Luxusmobile ist die Firma Monaco, deren größte Niederlassung nur zwei Meilen weiter nördlich am Dean-Martin-Drive beheimatet ist. Auf dem Parkplatz und in den Verkaufsräumen stehen Wohnmobile, die allein an mächtige Reisebusse erinnern und den Begriff „Camping“ unpassender denn je erscheinen lassen.

Die meisten Kunden sind Senioren, und reisen als Silverbirds bevorzugt zu zweit dem schönen Wetter nach. Hier wohnt man in Parks wie in Las Vegas - für 75 bis 150 Dollar Stellgebühr am Tag. Diese geschützten Refugien verfügen über Shops, Freibäder, Tennis- und Golfplätze sowie gemauerte Grillstationen, sodass man es problemlos ein paar Wochen oder gar Monate aushalten kann das gemauerte Haus kaum vermisst. „Die einen verbringen in den Wohnmobilen ihren Urlaub und reisen durch die USA oder Kanada“, erzählt Eric Island, Chefverkäufer bei der Monaco Coach Corporation, „viele leben jedoch auch in den Fahrzeugen.“

Luxus und Platz satt

Wohnmobile wie der Signature Series von bieten allen erdenklichen Luxus. Das Topmodell ist fast 17 Meter lang, 15 Tonnen schwer und verfügt über drei Zimmer. Und wer das gigantische Schlachtschiff über die elektrische Trittstufe erst einmal erklommen hat, der wird seine Meinung über Camping gehörig revidieren müssen. Denn provisorisch ist in den „Signature Serie Cambridge IV“ rein gar nichts.

Nicht, dass man sich nicht schon über das elektronische Zahlschloss am Türgriff, den Klingelknopf oder die zahlreichen Kameras am Dach des Campers gewundert hätte; doch jetzt bleibt einfach die Spucke weg. Auf dem Boden sind beige Fliesen verlegt. Für eine angenehme Innenraumatmosphäre gibt es echtes Kirschholz, drei Klimaanlagen, Fußboden- und Dachraumheizung.

Auf Knopfdruck vergrößert sich das Innere des Signature-Luxusliners, indem sich vier einzelne Elemente elektrohydraulisch nach außen bewegen. Die Küche mit Terrakotta-Anlehnungen würde den meisten Einfamilienhäuser als Schmuckstück gereichen. Doch die meisten dieser Häuser wären nicht so wertvoll wie der Cambridge IV, der mindestens 650.000 Dollar kostet.

So ist es fast schon zu erwarten, dass der knapp zwei Meter hohe Kühlschrank über ein gigantisches Fassungsvermögen, Eisfach und Eiswürfelspender verfügt. Spülmaschine, Vier-Stellen-Kochherd und eine Mikrowelle mit Grill ergänzen das perfekte Bild.

Chefverkäufer Eric Island
650 PS um 15 Tonnen zu bewegen

600 Liter Tank für 650 PS

Ledersofas, ein Wohnzimmer mit zwei Sitzecken und zwei gigantischen Großbildschirmen, ein Esstisch und eine Vielzahl von Einbauschränken aus Kirsch. Gespart wurde hier an keiner Ecke. „Die meisten Kunden sind um die 55 Jahre alt. Aber von Jahr zu Jahr wird die Kundschaft jünger“, erzählt Verkäufer Eric Island, „natürlich sind alle Schränke und Einbauten aus echtem, massiven Holz.“ Damit Küche, Bildschirme, Klimaanlagen und die komplette Elektronik auch ohne Außenanschluss in einem RV-Park laufen, verfügen die großen Wohnmobile über sechs Batterien und einen eigenen Stromgenerator.

Der Kraftstofftank für den 650 PS starken Dieselmotor im Heck fasst knapp 600 Liter. Zudem sind immer 400 Liter Frischwasser an Bord. Doch mit Wohnzimmer und Luxusküche ist es längst nicht getan. Das Schlafzimmer mit einer 1,60 Meter breiten Spielwiese kann dabei jedoch kaum mehr beeindrucken, als das Bad mit Toilette, üppig dimensionierter Eckdusche und Waschbecken. Um die Ecke gibt es noch ein paar Schränke, Waschmaschine und Trockner.

Zehn bis zwölf Topmodell-Verkäufe im Monat

Doch es geht auch günstiger als beim Ausstellungsstück, das mit einem 650 PS starkem Powerdiesel, Großbildschirmen und Kirschholz rund 750.000 Dollar kostet. „Ein Monaco Camelot fängt bei uns schon für rund 350.000 Dollar an“, erzählt Eric Island. Er räumt aber ebenso wie Linda auf dem RV-Park ein, dass die Finanzkrise auch der Branche der Luxusmobile stark zu schaffen macht. „Es sind viele gebrauchte Motorhomes auf dem Markt. Aber normalerweise verkaufen wir hier in Las Vegas allein vom Topmodell zehn bis zwölf Fahrzeuge im Monat. Der läuft am besten.“ Hinten angehängt rollt auf dem US-Highways meist ein SUV von der Größe eines Jeep Grand Cherokee mit.



Spurenleser

Neuvorstellung Jeep Grand Cherokee

Der Druck auf Chrysler ist groß. Um zusätzliche Steuergelder zu bekommen, muss man der US-Regierung zeigen, dass es nach oben geht. So präsentieren die Amerikaner auf der New York Motorshow erstmals den neuen Jeep Grand Cherokee.



Eigentlich wollte man den neuen Star der Produktpalette erst im nächsten Jahr auf der Detroit Motorshow der Öffentlichkeit zeigen. Doch die US-Regierung will Fakten sehen, bevor es weitere Milliardenhilfen gibt. So wurde die Braut im Vorfeld der New York Autoshow so hübsch gemacht, wie es nur geht. Kein Auto in der Produktpalette ist wichtiger als der Jeep Grand Cherokee.

Das neue Modell kommt 2010 auf den Markt. Erstmals ist er auf keiner eigenen Plattform unterwegs, sondern wurde auf Basis der Mercedes-Modelle ML und GL aufgebaut. So wird der Jeep Grand Cherokee erstmals in seiner durchaus bewegten Geschichte auch über eine Luftfederung verfügen, damit die Geländegängigkeit konkurrenzfähig bleibt. „Wir haben uns die Kundenwünsche der einzelnen Märkte sehr gut angehört“, so Scott Kunselman, Vice-President of Chrysler LLC, „unser neuer Jeep Grand Cherokee trifft ins Herz zwischen Onroad-Performance und den legendären Jeep-Qualitäten.“

Commonrail-Diesel mit 250 PS für Europa

Angetrieben wird der neue Jeep Grand Cherokee von einem 3,5 Liter großen Direkteinspritzer-V6 mit knapp 280 PS und 360 Nm maximalem Drehmoment. Topmodell ist der bekannte 5,7-Liter-V8 mit rund 360 PS und 520 Nm. Für den europäischen Markt ist ein Commonrail-Diesel mit rund 250 PS vorgesehen. Ab Marktstart soll der Grand Cherokee als Links- und Rechtslenker für verschiedene Märkte zu bekommen sein. Ähnlich wie Range Rover wird auch der neue Jeep über fünf Geländeprogramme für verschiedene Fahrmodi verfügen. Obligatorisch sind zahlreiche Airbags, ESP und eine Bergabfahrhilfe. Für Sicherheit sorgen zudem Abstandstempomat, Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht, Berganfahrhilfe und eine Rückfahrkamera.

Antrieb, Leistung, Fahrverhalten und Verbrauch

Das Design des neuen Jeep Grand Cherokee ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich muskulöser und organischer geworden. Hier geht der Häuptling wieder einen halben Schritt zurück und orientiert sich am Vorgängermodell des aktuellen Grand Cherokee, der bis 2003 gebaut wurde. Die Kotflügel sind kraftvoll ausgestellt und das Heck erinnert an den Dodge Journey.

Im Innenraum zeigt sich der Grand Cherokee deutlich wertiger als das aktuelle Modell. Neue Kunststoffe, weiches Leder, echte Holzapplikationen und zahlreiche Komfortfunktionen sollen ihn auf Augenhöhe zur enteilten Geländewagenkonkurrenz bringen. Die Heckklappe öffnet und schließt elektrisch, es gibt einen schlüssellosen Zugang Keyless Go und durch ein überdimensionales Sonnendach strahlt Licht in den Innenraum hinein.

Das neue Navigationsmodul bietet neben Festplatten-Routenführung auch DVD-Entertainment, Fernsehen und Satellitenradio. Der Beifahrersitz lässt sich ebenso wie die Rücksitzlehne komplett umklappen. Zudem lässt sich die beheizbare Rückbank in der Neigung verstellen.


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