Von O bis O - Bei kaltem Wetter sicher mit dem Auto untwegs

Was Sie beim Reifenwechseln beachten sollten

Zum Beginn von Herbst und Winter muss man sich um viele Dinge auf der Kfz-Wintercheck-Liste kümmern. Darunter auch den Reifenwechsel. Von O bis O, von Ostern bis Oktober - so lautet die goldene Regel für den Reifenwechsel. Wer Sommer- und Winterreifen besitzt, sollte im Oktober anfangen, die Winterreifen aus der Garage zu räumen und auf die Räder zu setzen. Sie sind nicht nur bei Schnee im Winter wichtige Begleiter, sondern bereits bei nassem Wetter und herbstlichen Temperaturen maßgebend für die Sicherheit beim Autofahren. Was der Unterschied zwischen Winter-, Sommer- und Ganzjahresreifen ist und worauf Sie beim Reifenwechsel achten sollte, kann manchmal gar nicht so einfach sein. Wir haben das ganze Thema, für Sie aufgeschlüsselt.
Reifenwechsel von Sommerreifen auf WinterreifenReifenwechsel von Sommerreifen auf Winterreifen

Was ist der Unterschied zwischen Sommer- und Winterreifen?

Es gibt drei Merkmale in denen sich Winterreifen und Sommerreifen voneinander unterscheiden: Gummimischung, Aufbau und im Laufflächenprofil.

1.Gummischung bei kalten Temperaturen

Die Leistung von Winterreifen ist am besten bei niedrigen Temperaturen. Das liegt an dem hohen Anteil von Kautschuk, der bei Kälte geschmeidig bleibt. Je weicher die Reifen sind, desto einfacher und schneller erhält der Reifen Grip und ermöglicht eine leichte Handhabung. Sommerreifen hingegen verhärten schneller bei niedrigen Temperaturen und können somit diese Eigenschaft nicht im Winter aufweisen – die Rutschgefahr steigt bereits im Herbst deutlich an.

2.Angepasst an den Winter: Reifenaubau

Winterreifen haben zudem ein an den Winter angepasstes Profil. Die Profilrillen von Winterreifen sind deutlich tiefer und breiter. Zudem ist das Profil so aufgebaut, dass die Reifenkanäle Schnee aufnehmen, denn auf Schnee haftet Schnee am besten. So verstärkt sich der Grip auf der Fahrfläche und das Fahrzeug bewegt sich schneller vorwärts auf verschneiten und vereisten Straßen.
Zusätzlich zeichnen sich Winterreifen durch sehr viele und feine Einschnitte, sogenannte Lamellen, aus. Sie verbessern die Haftung auf Schnee, Matsch und Eis und leiten Wasser ab, wodurch Rutschen und ungewollte Aquaplaning minimiert wird. Besonders im Herbst sind die Straßen durch nasse Blätter und stärkere Regentage meist nass und glatt.

3.Reifenprofil und Reifendruck prüfen

Daher ist es auch besonders wichtig jedes Jahr oder bei Langstreckenfahrten regelmäßig das Profil des Winterreifens zu überprüfen. Die gesetzliche Mindesttiefe eines Reifenprofils beträgt 1,6 mm, allerdings sollte bereits bei einer Profiltiefe von 3 bis 4 mm der Reifen gewechselt werden. Zusätzlich sollten Sie regelmäßig den Reifendruck überprüfen. Nicht nur der Verschleiß erhöht sich deutlich bei niedrigem Reifendruck, sondern auch der Verbrauch steigt deutlich. Bereits bei 0,5 bar niedrigerem Reifendruck, erhöht sich der Kraftstoffverbrauch um rund 5 Prozent. So kommen Sie nicht nur sicher, sondern auch spritsparend durch Herbst und Winter.
Den Sprit beeinflusst dabei nicht nur der Reifendruck, sondern auch Faktoren wie Kaltstart, Ladegewicht oder Einspritzung. Der Einspritzzyklus kann durch ein Zusatzmodul angepasst werden und so den Spritverbrauch um bis zu 2 Liter senken.

Was sind Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen können weiterhin im Sommer und im Winter eingesetzt werden. In Deutschland macht es durchaus Sinn auf Ganzjahresreifen zu wechsel, da es hier nur geringe Temperaturunterschiede der Jahreszeiten gibt. Allerdings muss beachtet werden: Im Schnee sind Ganzjahresreifen nicht ganz so effektiv wie Winterreifen, im Sommer kommt es durch sie zu einem leicht höheren Abrieb bzw. Reifenverschleiß, der auch zu einem höheren Kraftstoffverbrauch führen kann.

Sind Sie im November oder Dezember in winterlichen Gebirgen mit viel Schnee unterwegs, wie den Alpen, sollten Sie sich zusätzlich Schneeketten zulegen. Ohne Ketten ist es oft nicht möglich, die schneebedeckten Fahrbahnen zu überwinden. Aber auch in abgelegenen, ländlichen Gebieten können Schneeketten einen sicher durch die Ortschaft bringen.

Worauf beim Reifenwechsel achten?

Was zu beachten ist beim ReifenwechselWas zu beachten ist beim Reifenwechsel
Wer seine Reifen nicht in der Werkstatt oder beim Kfz-Mechaniker wechseln lässt, sollte beim Reifenwechsel unbedingt auf einige wichtige Punkte achten.

Abgesehen vom nötige Werkzeug - darunter Wagenheber, Unterstellbock, Radkreuz sowie Drehmomentschlüssel - sollten die Reifen und Radschrauben vor und nach anbringen geprüft werden. Radschrauben und Radmuttern dürfen keine Schäden aufweisen. Gebrochenes, angebrochenes oder fehlerhaftes Material sollte umgehend ersetzt und niemals verwendet werden.
Genauso müssen Sie darauf achten, dass die Schraubverbindungen sowie Auflagefläche keinen Rost aufweisen. Sollte dies aufgrund des nassen Wetters doch der Fall sein, können Sie mit einer Drahtbürste diese reinigen. Bevor Sie Reifen aufziehen, sollten Sie diese zudem auf Schäden prüfen, besonders wenn es sich um bereits benutze Reifen handelt. Kleiner Schnitte, Stoßbrüche, Risse, Löcher und Ausbeulungen deuten auf einen Schaden hin und der Reifen sollte in diesem Fall ausgetauscht werden.

Nachdem Aufziehen der Reifen sind Luftdruck und nach einigen Kilometern noch einmal die Schrauben zu prüfen und gegebenenfalls sind diese nachzuziehen. Sollten Sie noch nie Reifen gewechselt haben und einen SUV besitzen, ist ein Besuch bei der Werkstatt zu empfehlen. Hier kann es öfter zu Problemen mit den Kontrollsystemen kommen.

Bereits verwendete Winterreifen können laut TÜV zwar bis zu acht Jahren genutzt werden, es ist allerdings ratsam jegliche Reifen, ob Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen, nach 6 Jahren gegen neue auszutauschen. Das Unfallrisiko steigt, je abgefahrener die Reifen sind.